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Vorstellung des Klimaschutzkonzepts "Geilenkirchen handelt"
Vorstellung des Klimaschutzkonzepts "Geilenkirchen handelt"
Donnerstag, 23. Juli 2026
Klimaschutz beginnt nicht erst auf internationalen Konferenzen – er beginnt vor der eigenen Haustür. Zwar geben Bund und Land mit ihren Gesetzen und Klimaschutzzielen den übergeordneten Rahmen vor. Bei der konkreten Umsetzung kommt den Kommunen jedoch eine besondere Bedeutung zu: Sie besitzen die Planungshoheit für ihre Stadt, gestalten die örtliche Entwicklung und verfügen über zentrale Einflussmöglichkeiten, um den Klimaschutz unmittelbar vor Ort voranzubringen.
Wie wichtig entschlossenes Handeln ist, zeigen auch die Prognosen zur weiteren Entwicklung des Klimas. In einem mittleren Zukunftsszenario, das von einer moderaten Einschätzung der künftigen Klimaveränderungen ausgeht, wird für den Zeitraum von 2031 bis 2060 ein Anstieg der durchschnittlichen Temperatur um rund 1,8 Grad Celsius erwartet. Gleichzeitig könnte die Zahl der Sommertage mit einer Tageshöchsttemperatur von mehr als 25 Grad Celsius um etwa zwölf Tage pro Jahr steigen. Bei den heißen Tagen mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius wird eine Zunahme um rund fünf Tage pro Jahr prognostiziert.
Treibhausgasemissionen reduzieren und einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten
Mit ihrem neuen Klimaschutzkonzept zeigt die Stadt Geilenkirchen auf, wie sie ihre Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahren weiter reduzieren und damit einen wirksamen Beitrag zum Schutz des Klimas leisten möchte. Das Leitbild bringt den Anspruch der Stadt auf den Punkt:
„Geilenkirchen handelt: Wir gestalten eine nachhaltige Zukunft für alle als Vorreiter im Klimaschutz.“
Das Klimaschutzkonzept bildet den strategischen Fahrplan der Stadt bis zum Jahr 2040. Es beschreibt Ziele, Handlungsmöglichkeiten und konkrete Maßnahmen, mit denen die Treibhausgasemissionen nachhaltig gesenkt werden sollen. Die zentralen Handlungsfelder sind Energieeffizienz, der Wechsel von Energieträgern, der Ausbau erneuerbarer Energien, die Verbesserung der Datengrundlagen sowie Kommunikation und Beteiligung.
Besonderer Fokus auf Bereichen in eigener Verantwortung
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Bereichen, in denen die Stadt selbst Verantwortung übernehmen und Veränderungen anstoßen kann. Dazu gehören unter anderem die kommunalen Gebäude und Liegenschaften, die Energieversorgung, eine nachhaltige Mobilität sowie ein dauerhaft in der Verwaltung verankertes Klimaschutzmanagement. Zugleich schafft das Konzept eine wichtige Grundlage für zukünftige Förderanträge, Investitionen und politische Entscheidungen.
Die erwartete Zunahme der Temperaturen sowie der Sommer- und Hitzetage macht deutlich, dass Klimaschutz keine abstrakte Aufgabe ist. Die Veränderungen werden zunehmend auch vor Ort spürbar sein. Jede vermiedene Tonne Treibhausgas trägt deshalb dazu bei, die weitere Erderwärmung und ihre Folgen zu begrenzen.
Klimaschutz mit Tradition in Geilenkirchen
Geilenkirchen knüpft mit dem neuen Konzept an eine lange Tradition an: Bereits im Jahr 2013 war die Stadt die erste Kommune im Kreis Heinsberg, die ein eigenes Klimaschutzkonzept entwickelt hat. Seither wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt und wichtige Erfahrungen gesammelt. Mit durchschnittlich rund sechs Tonnen CO₂-Emissionen pro Einwohnerin und Einwohner im Jahr 2025 liegt Geilenkirchen unter dem damaligen Bundesdurchschnitt von rund 7,9 Tonnen. Das neue Klimaschutzkonzept soll diesen Weg konsequent fortsetzen und die bisherigen Aktivitäten strategisch weiterentwickeln.
Ein besonderer Schwerpunkt bei der Erarbeitung des Konzepts lag auf der Beteiligung der Stadtgesellschaft. Bürgerinnen und Bürger konnten ihre Ideen, Erfahrungen und Anregungen einbringen. Auch Schülerinnen und Schüler beteiligten sich intensiv und entwickelten eigene Vorschläge für ein klimafreundliches Geilenkirchen. Ganz oben auf ihrer Prioritätenliste standen klimafitte Gebäude, eine nachhaltige Mobilität und ein bewussterer Umgang mit Energie.
„Klimaschutz ist für mich weit mehr als die Reduzierung von Emissionen. Es geht um Verantwortung – für die Schöpfung, für unsere Heimat und für die Generationen, die nach uns kommen. Wenn die Temperaturen weiter steigen und Sommer- und Hitzetage deutlich häufiger werden, betrifft das ganz konkret das Leben der Menschen in unserer Stadt. Wir entscheiden heute mit unserem Handeln darüber, wie unsere Kinder und Enkel morgen leben werden. Deshalb wollen wir den Wandel aktiv gestalten und Geilenkirchen Schritt für Schritt nachhaltiger aufstellen“, sagt Bürgermeister Armin Leon.
Das Klimaschutzkonzept versteht sich als gemeinsamer Handlungsrahmen für Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft. Denn wirksamer Klimaschutz kann nur gelingen, wenn viele Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen und ihren jeweiligen Beitrag leisten.
Klimaschutzmanager und das Projektkonsortium
Klimaschutzmanager Maurice Gottschalk hat das Konzept gemeinsam mit dem Projektkonsortium aus der BLS Energieplan GmbH und der PB Consult GmbH sowie unter Beteiligung zahlreicher Akteurinnen und Akteure erarbeitet. Im Mittelpunkt stehen konkrete und umsetzbare Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen sowie eine langfristige Strategie für eine klimafreundliche und nachhaltige Entwicklung der Stadt.
Wichtig ist dabei die klare Abgrenzung zu einem Klimaanpassungskonzept: Das nun vorliegende Klimaschutzkonzept verfolgt das Ziel, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und damit dazu beizutragen, das Ausmaß des Klimawandels möglichst zu begrenzen. Die prognostizierte Erwärmung um rund 1,8 Grad Celsius und die erwartete Zunahme der Sommer- und Hitzetage verdeutlichen die Dringlichkeit dieser Aufgabe.
In den kommenden Jahren folgt ein Klimaanpassungskonzept
Maßnahmen zur Anpassung an bereits eintretende oder künftig zu erwartende Folgen des Klimawandels – beispielsweise Hitzevorsorge oder der Schutz vor Starkregen – sind dagegen nicht Bestandteil des vorliegenden Konzepts. Sie sollen in den kommenden Jahren in einem eigenständigen Klimaanpassungskonzept behandelt werden.
„Klimaschutz ist keine Aufgabe, die irgendwann abgeschlossen ist. Er ist ein gemeinsamer Weg. Die Prognosen zeigen, dass wir keine Zeit verlieren dürfen. Mit diesem Konzept schaffen wir eine verlässliche Grundlage, um Geilenkirchen nachhaltig weiterzuentwickeln und auch in Zukunft als lebens- und liebenswerte Stadt zu erhalten“, so Bürgermeister Armin Leon.
Förderung durch die Nationale Klimaschutzinitiative
Die Erstellung des Klimaschutzkonzepts wurde im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
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