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Bronzeplakette der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für Schloss Leerodt

Montag, 13. April 2026

Bronzeplakette für Schloss Leerodt: Auszeichnung für herausragenden Denkmalschutz

Die Schlossruine Leerodt ist nun mit der Bronzeplakette der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgezeichnet worden. Die Ehrung wurde durch Herrn Tauber von der Stiftung vorgenommen.

Das historische Areal, bestehend aus Vorburg und Schlossruine, blickt auf eine über 700-jährige Geschichte zurück. Bereits im frühen 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt, wurde die Anlage im 17. Jahrhundert zu einem repräsentativen Wasserschloss im Stil der niederländisch geprägten Maas-Renaissance ausgebaut und galt einst als eines der bedeutendsten Bauwerke dieser Epoche am Niederrhein.

Besonders hervorzuheben ist der bis heute erhaltene Arkadengang mit seinen Rundbögen, der ein seltenes architektonisches Zeugnis dieser Zeit darstellt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss schwer zerstört und brannte im November 1944 nahezu vollständig aus. Die Vorburg wurde in den Nachkriegsjahren schrittweise instandgesetzt und wird heute überwiegend zu Wohnzwecken genutzt, während die Schlossruine über Jahrzehnte hinweg gesichert wurde.

In den vergangenen Jahren konnten wesentliche Sicherungsmaßnahmen umgesetzt werden, die perspektivisch auch eine eingeschränkte Nutzung als Veranstaltungsort ermöglichen.

Bürgermeister Armin Leon betonte anlässlich der Auszeichnung:
„Schloss Leerodt ist ein herausragendes Zeugnis unserer regionalen Geschichte und Baukultur. Die heutige Auszeichnung würdigt nicht nur die architektonische Bedeutung der Anlage, sondern vor allem den außergewöhnlichen Einsatz ihrer Eigentümer.“

Weiter führte er aus:
„Die Familie Freiherr Schütz von Leerodt-Wrede hat über Generationen hinweg Verantwortung für dieses einzigartige Kulturerbe übernommen. Dieses Engagement verdient höchsten Respekt und ist ein Vorbild für gelebten Denkmalschutz.“

Und ergänzte mit Blick auf die Zukunft:
„Die Sicherung der Ruine eröffnet neue Perspektiven – auch für eine behutsame kulturelle Nutzung. Damit bleibt Schloss Leerodt ein lebendiger Ort unserer Stadtgeschichte.“

Mit einem persönlichen Gedanken schloss der Bürgermeister:
„Orte wie Schloss Leerodt zeigen uns, dass Geschichte nicht nur in Steinen steckt, sondern vor allem durch Menschen lebendig wird. Über Generationen hinweg entsteht Kontinuität – auch wenn sich der Ort selbst scheinbar kaum verändert. Entscheidend ist das Miteinander der Menschen. Solche markanten Orte geben Orientierung und schaffen Heimat. Ich bin sicher: Jede Geilenkirchenerin und jeder Geilenkirchener verbindet ganz eigene Erinnerungen mit Schloss Leerodt – und genau das macht diesen Ort so besonders.“

Die Sanierung erfolgte unter erheblichem persönlichen und finanziellen Einsatz der Eigentümerfamilie Freiherr Schütz von Leerodt-Wrede, die seit 1307 auf dem Gut ansässig ist. Unterstützt wurde das Projekt durch Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen, des Bundes, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie steuerliche Begünstigungen.

Weitere Maßnahmen zur Sicherung und Instandsetzung sind geplant.


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