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Neue Fahrzeuge für die Freiwillige Feuerwehr Geilenkirchen

Freitag, 28. Mai 2021

Fortschritt trotz Corona

Von den erheblichen Einschränkungen, mit denen alle derzeit leben müssen, sind die Feuerwehren selbstverständlich nicht ausgeschlossen. Zusätzlich gilt es, trotz weitgehend ausgesetztem Dienst- und Übungsbetrieb die Einsatzbereitschaft auf gleichem Niveau wie außerhalb von Pandemiezeiten aufrecht zu erhalten. Das Einsatzgeschehen fragt nicht nach Pandemien.

Wie Wirtschaftsunternehmen ist auch eine Feuerwehr dabei gefordert, nicht nur die Gegenwart, sondern gleichzeitig die Zukunft im Blick zu haben und Entwicklungen planerisch zu berücksichtigen. Zwei Fahrzeugbeschaffungen der Feuerwehr Geilenkirchen aus jüngster Vergangenheit beweisen, dass auch in widrigen Zeiten zukunftsorientierte Arbeit möglich ist. Die Erfahrungen aus Einsätzen der letzten Jahre haben auch lokal gezeigt, dass in zunehmendem Maße mit Wald- und Vegetationsbränden gerechnet werden muss. Mehrere Waldbrände in der Teverener Heide 2019, aber auch ausgedehnte Feldbrände, haben dies deutlich vor Augen geführt. Besonderen Weitblick haben Feuerwehr, Verwaltung und Rat in diesem Zusammenhang bewiesen, als bereits 2012 in den Brandschutzbedarfsplan ein Tanklöschfahrzeug mit mindestens 4.000 l Wasser Tankinhalt aufgenommen wurde. Dieses auf Betreiben des ehemaligen Leiters der Feuerwehr, Stadtbrandinspektor Michael Meyer, angeschobene Projekt konnte jetzt erfolgreich abgeschlossen werden.

Das Fahrzeug führt 5.000 l Wasser, 500 l Schaummittel und 100 kg Löschpulver in zwei fahrbaren Feuerlöschern mit und ist bei der Löscheinheit Teveren stationiert. Die Fahrzeugübernahme erfolgte Mitte April im brandenburgischen Luckenwalde und nach intensiver Schulung der Maschinisten steht das TLF jetzt im Einsatzdienst. Dieses Sonderfahrzeug wird für die Feuerwehr Geilenkirchen zwar nur im Heidedorf Teveren vorgehalten, wurde aber in die Alarm- und Ausrückeordnung für die gesamte Stadt eingebunden. Besonderheiten neben dem großen Löschmittelvorrat sind ein Dachwasserwerfer mit einer Leistung von bis zu 3.200 l/min sowie Selbstschutzeinrichtungen unter dem Fahrzeug und die Möglichkeit über spezielle Armaturen auch an der Frontstoßstange Wasser abgeben zu können. „Die Wasserabgabe über alle Abgänge funktioniert auch bei langsamer Fahrt. Mit dieser „Pump-and-Roll-Funktion“, die für sich dynamisch entwickelnde Flächenbrände besonders wichtig ist, werden seit einiger Zeit grundsätzlich alle neuen Löschfahrzeuge in Geilenkirchen ausgerüstet.“ betont die Wehrleitung.

Mit viel Wasser allein ist es bei Wald- und Vegetationsbränden allerdings nicht getan. Zusätzlich wurden spezielle Einsatzkonzepte aufgestellt, die derzeit mit der Forstbehörde und den anderen Feuerwehren im Kreis abgestimmt werden.

Darüber hinaus hat sich in der Ausstattung einiges getan. Neben Schläuchen mit kleineren Durchmessern, die trotzdem ausreichend Wasser zur Brandbekämpfung liefern, werden inzwischen vermehrt Löschrucksäcke und Netzmittelkartuschen eingesetzt.

All diese Anforderungen wurden bei einer zweiten Fahrzeugbeschaffung berücksichtigt.
Bereits seit März steht ein neuer Gerätewagen Logistik zur Verfügung, der mit Wechselmodulen bestückt werden kann und so u.a. in der Lage ist, eine 2 km lange Schlauchleitung während der Fahrt zu verlegen oder besondere Ausrüstung für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung in den Einsatz zu bringen. Das Fahrzeug wird am Standort Geilenkirchen vorgehalten, von dort aber ebenfalls im gesamten Stadtgebiet eingesetzt. „Da bleiben wir ebenfalls nicht stehen. Organisatorisch haben wir auch im Bereich Logistik auf steigende Anforderungen reagiert und mit dem Fachdienst Logistik innerhalb der Feuerwehr eine Gruppe gebildet, die sich ganz besonders dieser Aufgabe widmen wird.
Feuerwehr ist traditionell besonders erfolgreich, weil sie in besonderem Maß in der Lage ist, breites Fachwissen bei allen mit Spezialisten in einzelnen Fachgebieten zusammen zu bringen. Woanders würde man sagen, wir sind bunt. Feuerwehrrot reicht uns aber grundsätzlich völlig aus.“

Die Entwicklung wird sich fortsetzen: Zusätzlich zur Logistik gibt es bereits die Fachdienste ABC/Umweltschutz und Absturzsicherung; als weiterer Bereich wird derzeit ein bereits etablierter Fachdienst weiterentwickelt, der die Einsatzzentrale bei besonderen Lagen als Ergänzung zur Leitstelle des Kreises in Erkelenz besetzen kann.

Die über 250 Einsatzkräfte der Feuerwehr Geilenkirchen haben die letzten Monate genauso durchlitten wie alle anderen Menschen und sogar einen Kameraden aus der Einsatzabteilung aufgrund von Covid 19 verloren. Trotzdem sind sie ihrer Grundüberzeugung treu geblieben, zu helfen wo immer es nötig ist und dabei weit vorauszudenken. „Vor die Lage kommen“ heißt das bei der Feuerwehr.

(Quelle: Pressemitteilung der Freiwilligen Feuerwehr Geilenkirchen) 

Bilder: Marius Gerads, Frank Büßelberg

 

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