Zusammenfassung Klimaschutzkonzept

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen in Deutschland zukünftig zu reduzieren. Die praktische Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen muss vor allem auf der regionalen bzw. kommunalen Ebene erfolgen. Geilenkirchen möchte aktiv an diesem Strukturwandel mitwirken und diesen außerdem für eine positive kommunale Entwicklung nutzen. Das Klimaschutzkonzept soll die Stadt hierbei unterstützen und einer ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Klimaschutzpolitik in Geilenkirchen dienen. Daher hat die Stadtverwaltung im Jahr 2012 das Unternehmen adapton Energiesysteme AG aus Aachen beauftragt, ein Klimaschutzkonzept zu erstellen. Dieses liegt seit dem Jahr 2013 vor.

Der Aufbau dieses Klimaschutzkonzeptes orientiert sich an den Vorgaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Entsprechend wird im ersten Teil der Status quo der Stadt Geilenkirchen hinsichtlich der Größen Bevölkerungsentwicklung, Flächennutzung, Gebäudebestand, Beschäftigung,  Wirtschafts- und Energieversorgungsstruktur ermittelt. Die erfassten Daten werden anschließend dafür genutzt, eine Energie- und CO₂ -Bilanz der Stadt Geilenkirchen aufzustellen. Anhand dieser Bilanz ist zu erkennen, wie hoch der Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen in einem bestimmten Jahr gewesen sind und welche Sektoren dafür maßgeblich relevant waren.
Beispielsweise betrugen Im Jahr 2011 die gesamten CO₂-Emissionen von Geilenkirchen ca. 251.000t. Das entspricht etwa 8,9t pro Einwohner. Diese Emissionen sind zu 36% auf den Verkehr zurückzuführen und zu jeweils 31% auf die Sektoren Haushalt und Wirtschaft.

Aufbauend auf der Bestandserhebung im ersten Teil des Klimaschutzkonzeptes erfolgt anschließend
die Ermittlung des Potenzials zur Reduktion der CO₂- Emissionen in Geilenkirchen. Die folgenden  technischen Möglichkeiten werden dabei in Betracht gezogen:
-    Einsatz von erneuerbaren Energietechnologien
(Photovoltaik, Windkraftanlagen, Biomasseverwertung u.a.)
-    Energieverbrauchsreduzierung, insbesondere durch Erhöhung der Energieeffizienz
(beispielsweise durch die energetische Sanierung von Wohngebäuden)
-    Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen
Um das Einsparpotenzial zu ermitteln, werden außerdem verschiedene Szenarien in die Untersuchung einbezogen. Diese beschreiben jeweils unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten der Energienachfrage. Hierfür maßgeblich sind beispielsweise die Bevölkerungsentwicklung, Trends der Konsumentwicklung und das erwartete Wirtschaftswachstum der Region.
Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass in Geilenkirchen – wie in nahezu allen deutschen Kommunen -  ein deutliches Potenzial zur Verringerung der Treibhausgasemissionen vorhanden ist.

Aus dem ermittelten Einsparpotenzial wird unter der Berücksichtigung weiterer Aspekte, insbesondere der Wirtschaftlichkeit bzw. der Amortisationszeit, ein Maßnahmenkatalog abgeleitet. Er dient dazu, die Handlungsoptionen der Stadt Geilenkirchen aufzuzeigen, mit denen diese die Klimaschutzziele selbst oder in Kooperation mit weiteren Akteuren erreichen kann.
Die aufgeführten Maßnahmen betreffen die folgenden Themenfelder: Ausbau der dezentralen Energieversorgung, Erhöhung der Kapazität erneuerbarer Energietechnologien, Verringerung des Energieverbrauchs durch Steigerung der Effizienz, Förderung des klimafreundlichen Verkehrs und die Öffentlichkeitsarbeit.  Alle Maßnahmen haben den Charakter von Empfehlungen, eine Umsetzung ist somit nicht verpflichtend. Grundsätzlich soll der Maßnahmenkatalog in den nächsten Jahren die Grundlage des kommunalen Klimaschutzes bilden. Durch die Umsetzung der Maßnahmen soll außerdem die regionale Wertschöpfung positiv beeinflusst werden.

Die Erstellung dieses Klimaschutzkonzeptes wurde gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland, Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau  und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Förderkennzeichen: 03KS3783