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Flüchtlingsarbeit in Geilenkirchen

Hier kommen Sie zur Seite, die über Flüchtlingsarbeit in Geilenkirchen informiert. Diese wird betrieben vom Jugendhaus "Franz-von-Sales".

Teverener Heide

Blühende Glockenheide

Blühende Glockenheide

Der Rand der Maasschleife bei Teveren

Der Rand der Maasschleife bei Teveren

Tonlinse in Borger Kiesgrube auf Abt. 819

Tonlinse in Borger Kiesgrube auf Abt. 819

Wanderdünen in der Teverener Heide

Wanderdünen in der Teverener Heide

Seenlandschaft aus Tongruben

Seenlandschaft aus Tongruben

Einmalige Naturlandschaft

Die Kulturlandschaft „Teverener Heide“ ist eine einmalige Naturlandschaft, die nach der letzten Eiszeit, der Weichselkaltzeit, entstanden ist. In dieser Kaltzeit stauen sich Wasser- und Inlandeismassen westlich der Wurm auf. Die Lößschichten aus den Endmoränen der nordischen Gletscher wurden westlich der Wurm mit den angeschwemmten Sedimenten der Flüsse zu Hochflutlehmen vermischt. Nach Abfluss der enormen Wassermassen, die sehr viel Erdreich mitnahmen, blieb im Raum der „Teverener Heide“ eine so genannte Maasschleife zurück, deren Rand von Grotenrath bis Stahe noch zu sehen ist. In der weiten Stromlandschaft blieben Teiche und Seen. In ihnen legten sich feintonige Schichten ab. So sind in der „Teverener Heide“ die meterhohen Tonlinsen über den alten Tertiärablagerungen entstanden.

Weitere Erd- und Schollenbewegungen ereigneten sich, die zur Rur hin abgesunken sind. Die Maas zog sich auf die heutige Maasebene zurück. Niederschläge ließen nach und Westwinde bliesen aus dem großen Maasbecken in der Gegend der Heerlener Heide feine, quarzhaltige Sande, die aus den Ardennen stammten, zu Dünen auf, die weiter in Richtung Nordost wanderten und über die Brunssumer und die „Teverener Heide“ die „Große Heide“ vor Gut Müncherath erreichten. Vor 200 Jahren hat ein französischer Vermessungsingenieur die Wanderdünen in die Kartierung aufgenommen. Diese sind an der Straße von Teveren nach Panneschopp noch gut zu sehen. „Große Heide“ und „Panneschopp“ wurden inzwischen zu Naturschutzgebiete erklärt.

Bereits vor rund 5000 Jahren, in der Mittelsteinzeit, lebten Menschen in der „Teverener Heide“. Viele Artefakte, bearbeitete Feuersteine, die gefunden wurden, bestätigten dies. Die unfruchtbaren quarzhaltigen Sanddünen, die nicht bewachsen waren und sich schnell erwärmten, mögen Jägern und Sammlern der damaligen Zeit den Aufenthalt erleichtert haben.

 

Wenn wir heute etwa einhundert Jahre zurückblicken, so wurde um 1900 von der preußischen Forstverwaltung rund 870 Hektar Fläche in der „Teverener Heide“ aufgekauft und aufgeforstet. Es entstand der „Staatsforst Hambach“ mit dem Forsthaus Neuteveren, rund 625 Hektar groß. Davor waren an der niederländischen Grenze bereits 245 Hektar an Fläche, der „Staatsforst Teverener Heide“, gekauft worden. 1951 ging der „Staatsforst Hambach“ an den Flugplatz Geilenkirchen-Teveren verloren. Den Bodenbrütern stehen hier für ihre Vermehrung große Flächen gepflegten Rasens zur Verfügung. Der „Staatsforst Teverener Heide“ wurde nach dem Krieg Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen, heute 264 Hektar. In diesem Staatswald sind in den Jahren 1938 bis 1999 auf rund 82 Hektar Ton, Kies und Sand abgebaut worden. Die Tongewinnung wurde im Juli 1986 eingestellt. Die ausgebeuteten Flächen sind rekultiviert worden. Über ein Dutzend Tongruben blieben zurück, die aufgrund ihrer Tonunterlage immer wieder mit Wasser gefüllt sind.

Teverener Heide

Feuerlibelle (Männchen)

Feuerlibelle (Männchen)

Reifende Wollgräser im Wiggelewak

Reifende Wollgräser im Wiggelewak

Sumpfblutauge

Sumpfblutauge

Sonnentau mit Feuerfalter

Sonnentau mit Feuerfalter

Spazierweg im herbstlichen Wald

Spazierweg im herbstlichen Wald

Einzigartige Flora und Fauna

Ab 1977 wurden sukzessiv die gesamte Fläche der „Teverener Heide“, die nach der Errichtung des Flugplatzes noch übrig geblieben ist, unter Naturschutz gestellt. Seltene Arten der Flora und Fauna finden wir noch in den vier Moorkomplexen, die Tausende Jahre alt sind. Über vierzig Libellenarten konnten bisher in den Feuchtgebieten nachgewiesen werden. Unlängst sind mehrere Arten der Fauna und Flora, die noch vor rund 28 Jahren kartiert wurden, als verschollen anzusehen.

Im Frühjahr erfreut sich der Besucher der Moorkomplexe an den Blüten der Gagelsträucher und zwei Monate später an den weißen, ausgereiften Köpfchen der Wollgrasarten. Im Sommer findet der Wanderer auf den feuchten, tonhaltigen Böden der Heidelandschaft die Glockenheide. Sie blüht im Juli und August und bietet den vielen Insekten Nahrung. Sie ist eine zarte und verhältnismäßig kleine Pflanze, die nur etwa zwanzig Zentimeter groß wird. Zu dieser Sumpfheide gesellen sich Sonnentau, Sumpfbärlapp, Lungenenzian und Sumpfblutauge. Auf dem trockenen Sandboden gedeihen die Zwergsträucher der Besenheide, die von Juli bis September blühen und wegen des großen Nahrungsangebotes von den Honigbienen bevorzugt werden.  Noch in den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Heidestrauch, der bis zu einem Meter hoch werden kann und harte, holzige Stängel hat, von den Besenbindern zu Herstellung der Kehrbesen verarbeitet. Die Besenheide war die althergebrachte Existenzgrundlage der Besenbinder und wurde von ihnen gehegt und gepflegt. Birkenreiser waren das Material für die Stallbesen.

 

Der Staatsforst hat sich in der Nachkriegszeit sehr gewandelt. Aus einem dichten Kiefernwald, der früher die Bohnenstangen lieferte, ist ein gesunder Mischwald geworden, in dem mancher Besucher aus Gesundheitsgründen seine Runden dreht. Einige Abteilungen bedürfen noch der Aufforstung, damit mehr Kohlendioxyd aus der Luft zur Klimaverbesserung verbraucht wird und der Staatsforst auch wieder seinen Baumbestand erhält.

Es ist unsere Pflicht, die seltene Artenvielfalt in der alten Kulturlandschaft „Teverener Heide“ den nachkommenden Generationen zu erhalten.

 

(Fotos und Text: Dipl.-Landwirt Joseph Cuvelier, Geilenkirchen)

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