Suche

Aktuelles

Geilenkirchen ist nun offiziell Fairtrade-Stadt

Montag, 1. Oktober 2018

Nun ist es offiziell: Die Auszeichnung für Geilenkirchen als Fairtrade-Stadt erfolgte am Donnerstag, 27.09.2018. Die Auszeichnungsfeier fand in der Galerie K statt. Lesen Sie dazu hier den Bericht aus der Geilenkirchener Zeitung vom 28.09.2018

"Wenn auf der Welt so viel geteilt würde wie bei Facebook, dann gäbe es keine Armut!“ Dies betonte gestern Nachmittag Manfred Holz, ehemaliges Vorstandsmitglied von Fairtrade Deutschland und heute Ehrenbotschafter der Organisation, die sich weltweit für fairen Handel einsetzt, als er in der Galerie K Geilenkirchens Bürgermeister Georg Schmitz stellvertretend für die ganze Stadt eine Urkunde übergab: Von dem Zeitpunkt an darf sich Geilenkirchen neben London, Rom, Brüssel und San Francisco als einzige Stadt im Kreis Heinsberg Fairtrade Town nennen. „Fairer Handel: diese Idee setzte hier schon seit Jahren enorme Kräfte frei, aber auch jede Menge Kreativität in Gang, angefangen im Rathaus, bis hin zu Vereinen, Kirchengemeinden, Schulen, Betrieben und Geschäften. Hier ist ein geballtes Engagement für den fairen Handel vorzufinden. Ich bin sehr beeindruckt“, erklärte Holz vor Vertretern von Rat und Verwaltung, Schulen und Vereinen, aber auch interessierten Bürgern. Der Ehrenbotschafter erläuterte, dass in Deutschland mit einem Wachstum von 15 Prozent im vergangenen Jahr weltweit der dynamischste Fairtrade-Markt vorzufinden sei. Der Umsatz habe 1,3 Milliarden Euro betragen. Bundesweit würden derzeit 360 Partner mehr als 5000 gesiegelte Produkte in 800 Eine-Welt-Läden, in 42 000 Geschäften und in über 30 000 Gastronomiebetrieben anbieten. Geilenkirchen sei nun die 561. Faitrade Town in Deutschland und die 132. in Nordrhein-Westfalen. Holz gestand aber auch: „Es brauchte Zeit, bis wir Konsumenten das Gütesiegel nicht als gelegentliches Beruhigungsmittel für das eigene Gewissen verstanden. Visionen ohne Aktionen bleiben Illusionen.“

Heiner Coenen, Geschäftsführer des Aktionskreises, sieht fair gehandelte Waren für die Geilenkirchener Geschäftswelt als eine „Ergänzung des Produktangebotes. „Und da diese Produkte möglichst korrekt produziert werden, bedeuten sie einen schönen, zurecht verdienten Imagegewinn für Geilenkirchen.“

Bürgermeister Georg Schmitz forderte derweil seine Zuhörer auf: „Lassen Sie sich nicht erzählen, dass ein Einzelner keinen Einfluss hat. Jeder kleine Beitrag, jede faire Banane, jede Tasse fairer Kaffee und jedes Stück faire Schokolade hilft.“ Seine Kollegen in der Verwaltung bat er zu prüfen, wie der faire Handel zu einem festen Bestandteil werden kann. Dem schloss sich auch die Geilenkirchener Bürgerin Lisanne Kappler, Mitglied der Fairtrade-Steuerungsgruppe, an: „Ich wünsche mir, dass die Bevölkerung bewusster konsumiert und an die Ressourcen denkt.“

Ein buntes Rahmenprogramm begleitete die Auszeichnungsfeier: Moderator Wolfgang Klein bat die Steuerungsgruppe, bestehend aus Jürgen Benden, Fraktionschef der Grünen, Susanne Köppl, Wirtschaftsförderin der Stadt Geilenkirchen, Lars Speuser, stellvertretender CDU-Fraktionschef, Heiner Coenen, Geschäftsführer des Aktionskreises, Lisanne Kappler, eine interessierte Bürgerin, und Annemie Stassen von der Katholischen Frauengemeinschaft St. Marien zu einer Talk-Runde auf das Podium. Stephan Scholz und Sohn Jan sorgten für die musikalische Untermalung, und Mädchen und Jungen des Lebenshilfe-Kindergartens Triangel, der AWO-Kita Jahnstraße und des städtischen Kindergartens „Im Gang“ boten Tanzvorführungen und eine bunte Modenschau mit künstlerisch gestalteten Fairtrade-T-Shirts.

Nicht nur die fleißigen Damen der Frauengemeinschaft schenkten an diesem Tag Kaffee aus : Auch Georg Schmitz packte fleißig mit an und löste damit einen Wetteinsatz ein: Im vergangenen Jahr hatte er sich auf dem Marktplatz öffentlich wiegen lassen und gewettet, dass die Steuerungsgruppe in Kilogramm nicht die Fairtrade-Produkte verkaufen kann, die er an Kilo auf die Waage bringt. Die Gruppe hatte sehr schnell 92 Kilogramm Fairtrade-Produkte an den Mann gebracht, der Bürgermeister hatte die Wette verloren. 500 Fairtrade-Rosen wurden an Besucher verteilt, und an verschiedenen Ständen machten Geschäftsleute auf fair gehandelte Waren aufmerksam. Speuser machte auf dem Podium deutlich: „Viele fair gehandelte Produkte sind sicherlich teurer, viele sind auch billiger.“ Benden fügte hinzu: „Wir müssen soziale Verantwortung übernehmen.“

(Quelle: Geilenkirchener Zeitung vom 28.09, Autor: Udo Stüßer)

 

Zurück

© 2019 Stadt Geilenkirchen

Barrierefrei

  • Schriftgröße: